Die Formel 1 steht vor einer wichtigen Entscheidung bezüglich der umstrittenen Motorenregeln für 2026. Die FIA hat offiziell angekündigt, dass die fünf Motorenhersteller über eine vorgeschlagene Änderung der Messverfahren für das Kompressionsverhältnis abstimmen werden. Diese Entscheidung kommt nach monatelangen Diskussionen und Vorwürfen, dass Mercedes eine Lücke in den neuen Regelungen ausgenutzt haben könnte.
Der Kern der Kontroverse liegt in der Art und Weise, wie das vorgeschriebene Kompressionsverhältnis von 16:1 gemessen wird. Bisher erfolgte die Messung ausschließlich bei Umgebungstemperatur mit kaltem Motor. Mercedes und Red Bull Powertrains haben diese Formulierung offenbar so interpretiert, dass nur unter diesen spezifischen Bedingungen gemessen werden muss, was ihnen möglicherweise einen Leistungsvorteil verschafft. Die anderen Hersteller – Ferrari, Honda und Audi – sehen darin eine unfaire Auslegung der Regeln.
Die vorgeschlagene Regeländerung würde ab dem 1. August 2026 in Kraft treten und verlangen, dass das Kompressionsverhältnis nicht nur bei Umgebungstemperatur, sondern auch bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130 Grad Celsius eingehalten wird. Diese Änderung würde die vermeintliche Regelungslücke schließen und für gleiche Bedingungen bei allen Herstellern sorgen.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Fronten in diesem Streit. Während Mercedes zunächst Unterstützung von Red Bull Powertrains erhielt, steht der deutsche Hersteller mittlerweile isoliert da. Red Bull hat sich den anderen drei Herstellern angeschlossen und fordert ebenfalls eine Klarstellung der Regeln. Das Abstimmungsergebnis wird innerhalb der nächsten zehn Tage erwartet und könnte die Motorsaison nach der Sommerpause erheblich beeinflussen.
Diese Kontroverse verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig präzise Regelformulierungen in der Formel 1 sind und wie kreativ die Teams bei der Interpretation technischer Vorschriften sein können. Die demokratische Lösung durch eine Herstellerabstimmung zeigt den Willen der FIA, alle Beteiligten in den Entscheidungsprozess einzubeziehen und eine faire Lösung für die Zukunft des Sports zu finden.
